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08. Juni 2018

SHV | CSU-Antragspaket in Bayern untermauert zentrale Forderungen des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände

SHV | CSU-Antragspaket in Bayern untermauert zentrale Forderungen des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände

Direktzugang, höhere Vergütung, Schulgeldfreiheit, Bürokratieabbau und eine grundsätzliche Aufwertung der Heilmittelberufe – diese zentralen Forderungen des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) greift ein aktuelles Antragspakt der CSU-Landtagsfraktion in Bayern auf. Vorgestellt haben dieses Paket der Vorsitzende des Arbeitskreises für Gesundheit und Pflege der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag Bernhard Seidenath und der CSU-Gesundheitsexperte Klaus Holetschek in einer Pressekonferenz am 5. Juni 2018 in München.

Antragspaket aus Bayern hat Signalwirkung für ganz Deutschland

In zehn Anträgen fasst die CSU in Bayern zusammen, welche politischen Maßnahmen in Bayern und bundesweit erforderlich sind, um die therapeutische Patientenversorgung zu sichern und die Situation der Therapeuten nachhaltig zu verbessern.

Der Dringlichkeitsantrag zur Schulgeldfreiheit stellt eines der beiden Kernprobleme des rasant zunehmenden Fachkräftemangels ins Zentrum der Forderungen. Im Antrag 3 geht es um prekäre Einkommenssituation der Therapeuten – einer der Hauptgründe für die Abwanderung aus den therapeutischen Berufen. „Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Masseure und medizinische Bademeister sowie die Podologen müssen eine leistungsgerechte Vergütung für ihre Arbeit erhalten“, betont Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV.

•    Interessierte finden das komplette Antragspaket hier.

Aufwertung der Berufe – fachlich und politisch

In den Anträgen 1, 2, 5 und 8 geht es um eine grundsätzliche und aus Sicht des SHV längst überfällige Aufwertung der therapeutischen Berufe.

In Antrag 1 fordert die CSU Bayern die politische Grundlage für Modellprojekte zum Direktzugang und damit die Möglichkeit für Patienten, direkt einen Therapeuten aufsuchen zu können – ohne Umweg über den Arzt. Für den SHV steht fest: Der Direktzugang schafft mehr Selbstbestimmung für Patienten und für Therapeuten. Aus Sicht des SHV optimiert der Direktzugang die Patientenversorgung. Denn: Was international Standard ist, sollte auch in Deutschland endlich möglich sein. „In Modellversuchen möchten wir zeigen, dass die Vorteile des Direktzugangs für Patienten und für das Gesundheitssystem eindeutig sind“, erklärt Ute Repschläger.

Ein wichtiger Schritt für eine bessere Akzeptanz der Therapieberufe innerhalb des Gesundheitssystems ist Wissen. Deshalb sollen Ärzte bereits in der Ausbildung mehr über den Nutzen und den Mehrwert von Heilmitteln erfahren (Antrag 2). Darüber hinaus sollen Therapeuten in allen relevanten Gremien Mitbestimmungs- und Mitspracherecht haben, in denen Entscheidungen zur Patientenversorgung und den Interessen der Heilmittelerbringer getroffen werden (Antrag 5).

Antrag 8 soll die öffentliche Wahrnehmung stärken und die Heilmittelerbringer beispielsweise mithilfe von Imagekampagnen dabei unterstützen, die Berufe und  Handlungsfelder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Rahmenbedingungen modernisieren und Bürokratiewahnsinn eindämmen

Die Anträge 4, 6 ,7 und 9 spiegeln die SHV-Forderung nach Modernisierung der Rahmenbedingungen für die Therapieberufe. Besonders die Anträge 6 und 7 sollen den Bürokratiewahnsinn eindämmen und durch Schulungen und Optimierung der Software Fehler bei der Ausstellung von Verordnungen vermeiden. „Diesen Vorstoß begrüßen wir als SHV sehr, da in den Praxen fehlerhafte Verordnungen nach wie vor sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und dieser Zeitaufwand seitens der Kostenträger nicht vergütet wird“, erklärt Ute Repschläger.

Handlungsbedarf erkannt - Politik gesprächsbereit (und hoffentlich auch handlungsbereit)

Heute endet in Berlin der Hauptstadtkongress 2018 und damit eine sehr öffentlichkeitswirksame Woche für die Therapieberufe in Deutschland. Viele Therapeuten haben sich in dieser Woche für Verbesserungen unserer Rahmenbedingungen stark gemacht – auf der Straße, in den sozialen Medien und eben auch auf dem Hauptstadtkongress, der gesundheitspolitischen Großveranstaltung in Deutschland. Schwerpunktthemen auf dem Kongress waren in diesem Jahr die Digitalisierung und die Optimierung der sektorenübergreifenden Versorgung. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und alle gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktionen im Deutschen Bundestag haben ihre Positionen und Handlungsschwerpunkte für die laufende Legislaturperiode erläutert.

In vielen Gesprächen und auf Podiumsdiskussionen haben die Vorstandsvertreter des SHV die Forderungen der Heilmittelerbringer eingebracht und damit den Handlungsdruck auf die Politik erhöht.
„Unsere Argumente kommen an. Die Politik hat erkannt, dass die therapeutische Patientenversorgung auf dem Spiel steht. Wir brauchen eine bessere Vergütung und modernere Rahmenbedingungen für unsere Arbeit – und zwar jetzt! Dafür setzen wir uns ein und lassen nicht locker gegenüber der Politik“, untermauert Ute Repschläger die SHV-Forderungen stellvertretend für mehr als 75.000 Mitglieder in den fünf Mitgliedsverbänden des SHV.

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