Dienstag, 02. Juni 2020

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18.5.2020

Schutzschirm für Heilmittelerbringer - Musterantrag -Verordnung zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen

Hier der für die Heilmittelerbringer relevante Bereich:

§ 2 - Ausgleichszahlungen an Heilmittelerbringer

(1) Nach § 124 Absatz 2 in Verbindung mit Absatz 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch zugelassene Leistungserbringer erhalten für den Zeitraum vom 1. April 2020 bis zum 30. Juni 2020 auf Antrag eine Ausgleichszahlung für die Ausfälle der Einnahmen, die ihnen aufgrund eines Behandlungsrückgangs infolge der COVID-19-Epidemie entstehen, sofern die Zulassung des Leistungserbringers zum Zeitpunkt der Antragstellung nach Absatz 3 besteht.

(2) Die Ausgleichszahlung wird als Einmalzahlung gewährt. Sie beträgt: 1. für einen Leistungserbringer, der bis zum 30. September 2019 zugelassen worden ist, 40 Prozent der Vergütung, die der Leistungserbringer im vierten Quartal 2019 für Heilmittel im Sinne des § 32 Absatz 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch gegenüber den Krankenkassen abgerechnet hat, einschließlich der von den Versicherten geleisteten Zuzahlung, 2. für einen Leistungserbringer, der im Zeitraum vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. Dezember 2019 zugelassen worden ist, 40 Prozent der Vergütung, die der Leistungserbringer im vierten Quartal 2019 für Heilmittel im Sinne des § 32 Absatz 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch gegenüber den Krankenkassen abgerechnet hat, einschließlich der von den Versicherten geleisteten Zuzahlung, mindestens 4 500 Euro, 3. für einen Leistungserbringer, der im Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis zum 30. April 2020 zugelassen worden ist, 4500 Euro, 4. für einen Leistungserbringer, der im Zeitraum vom 1. Mai 2020 bis zum 31. Mai 2020 zugelassen worden ist, 3000 Euro und 5. für einen Leistungserbringer, der im Zeitraum vom 1. Juni 2020 bis zum 30. Juni 2020 zugelassen worden ist, 1500 Euro. Eine Anrechnung finanzieller Hilfen aufgrund anderer Anspruchsgrundlagen erfolgt nicht.

(3) Der Antrag auf Gewährung der Ausgleichszahlung ist von dem Leistungserbringer bei der für ihn zuständigen Arbeitsgemeinschaft nach § 124 Absatz 2 Satz 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch zu stellen. Der Antrag kann nur in dem Zeitraum vom 20. Mai 2020 bis zum Ablauf des 30. Juni 2020 gestellt werden. Die Krankenkassen haben die Arbeitsgemeinschaften bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen; insbesondere haben sie die Ausgleichszahlungen an die Leistungserbringer anzuweisen. Das Nähere zum Antragsverfahren und zur Anweisung der Ausgleichszahlung bestimmt der Spitzenverband Bund der Krankenkassen bis zum 15. Mai 2020.

(4) Für die Berechnung der Ausgleichszahlungen nach Absatz 2 Satz 2 Nummer 1 und 2 sind die dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen nach § 84 Absatz 7 in Verbindung mit Absatz 5 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch vorliegenden Daten für das vierte Quartal 2019 zugrunde zu legen. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen fasst die für die Berechnung der Ausgleichszahlung erforderlichen Daten leistungserbringerbezogen zusammen und übermittelt diese Daten bis zum 19. Mai 2020 an die jeweils zuständige Arbeitsgemeinschaft. Hierfür hat er die leistungserbringerbezogenen Daten nicht pseudonymisiert zu verwenden. Die leistungserbringerbezogenen Daten darf der Spitzenverband Bund der Krankenkassen nur übermitteln, soweit dies für die Berechnung der Ausgleichszahlung und für die Zuordnung zu der zuständigen Arbeitsgemeinschaft erforderlich ist. Die zuständige Arbeitsgemeinschaft darf von den ihr nach Satz 2 in Verbindung mit Satz 4 übermittelten Daten nur die Daten verarbeiten, die sich auf Leistungserbringer beziehen, die bei ihr einen Antrag gestellt haben. Die Übermittlung von arzt- oder versichertenbezogenen Daten durch den Spitzenverband Bund der Krankenkassen ist untersagt. Das Nähere zur Datenübermittlung bestimmt der Spitzenverband Bund der Krankenkassen.

(5) Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen übermittelt den Arbeitsgemeinschaften und dem Bundesamt für Soziale Sicherung bis zum 11. Mai 2020 die voraussichtliche Summe der Ausgleichszahlungen für das jeweilige Bundesland auf Grundlage der Daten nach Absatz 4 Satz 1.

(6) Jede Arbeitsgemeinschaft übermittelt wöchentlich die Summe der an die Leistungserbringer anzuweisenden Ausgleichszahlungen an das Bundesamt für Soziale Sicherung. Das Bundesamt für Soziale Sicherung zahlt den Betrag nach Satz 1 unverzüglich an eine von der Arbeitsgemeinschaft benannte Krankenkasse zur Weiterleitung an die Leistungserbringer aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds. Auf Antrag einer Arbeitsgemeinschaft zahlt das Bundesamt für Soziale Sicherung Abschlagszahlungen in Höhe von bis zu 30 Prozent der voraussichtlichen Summe der Ausgleichszahlungen nach Absatz 5 an eine von der Arbeitsgemeinschaft benannte Krankenkasse. Das Bundesamt für Soziale Sicherung bestimmt das Nähere zum Verfahren der Übermittlung der Beträge und der Zahlungen einschließlich der Abschlagszahlungen.

(7) Zur pauschalen Abgeltung der Kosten für erhöhte Hygienemaßnahmen infolge der COVID-19-Epidemie, insbesondere für persönliche Schutzausrüstung der Leistungserbringer, können die Leistungserbringer nach Absatz 1 für jede Heilmittelverordnung, die sie in dem Zeitraum vom 5. Mai 2020 bis einschließlich 30. September 2020 abrechnen, einen zusätzlichen Betrag in Höhe von 1,50 Euro gegenüber den Krankenkassen geltend machen. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen hat hierzu kurzfristig eine für alle Heilmittelbereiche bundeseinheitliche Positionsnummer festzulegen.

(8) Die Arbeitsgemeinschaften übermitteln dem Bundesministerium für Gesundheit bis zum 31. August 2020 eine anonymisierte Aufstellung der an die Leistungserbringer angewiesenen Ausgleichszahlungen.

Anmerkungen des VPT:

• Vor dem 01.10.2019 zugelassene Praxisinhaber erhalten 40% ihrer Bruttovergütung, die gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen im 4. Quartal abgerechnet wurden.

• Bei Zulassung zwischen 01.10.2019 und 31.12.2019: 40%, mindestens 4.500 €.

• Bei Zulassung zwischen 01.01.2020 und 30.04.2020: 4.500 €.

• Bei Zulassung im Mai 2020: 3.000 €.

• Bei Zulassung im Juni 2020: 1.500 €. Diese Zahlungen müssen nicht rückwirkend wieder zurückgezahlt werden, und eine Anrechnung anderer finanzieller Hilfen wie der Soforthilfe oder Kurzarbeitergeld findet nicht statt.


Der GKV-Spitzenverband muss laut Rechtsverordnung bis 15. Mai 2020 die Einzelheiten zur Antragsstellung und für die Ausgleichsauszahlung regeln.

Anträge können dann ab 20. Mai 2020 im jeweiligen Bundesland und der dafür zuständigen Kontaktstelle eingereicht werden. Vor dem 20. Mai 2020 eingereichte Anträge werden von den Krankenkassen nicht bearbeitet.

Die Antragsfrist endet am 30. Juni 2020.

Wir informieren unsere VPT-Mitglieder dazu nochmals rechtzeitig.


Zusätzlich erhalten die Praxen eine Hygienepauschale von 1,50 € je Verordnung, die vom 5. Mai 2020 bis zum 30. September 2020 abgerechnet werden kann. Die neue Positionsnummer für die Hygienepauschale Corona der gesetzlichen Krankenkassen lautet: X9944

 

Dieser Schutzschirm im Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro hilft die Existenz vieler Praxen in der Corona-Krise zu sichern. Wir sind Bundesgesundheitsminister Spahn dankbar, dass er unserer Forderung gefolgt ist, die Praxen nicht durch Kredite (Rückzahlungspflicht), sondern durch diese Ausgleichszahlungen (keine Rückzahlung) zu stützen. Leider ist das Ministerium unserer VPT-Empfehlung, und zugleich Forderung aller Mitgliedsverbände des Spitzenverband der Heilmittelverbände – SHV, für eine Erhöhung der Hygienepauschale nicht gefolgt. Wir hoffen deshalb dringend auf weitere flächendeckende, regional umgesetzte Unterstützung der Praxen mit Hygienematerial durch die Politik. Nachdem nun der Schutzschirm für die Heilmittelerbringer vorliegt, gehen wir gemeinsam mit den weiteren SHV-Mitgliedsverbänden auf die weiteren Kostenträger wie PKV, Beihilfe und Deutsche Rentenversicherung zu, um auch für diese Bereiche Lösungen zu Erhalt der Praxen und damit flächendeckenden Heilmittelversorgung zu finden.

Wir halten unsere VPT-Mitglieder dazu per Rundmail und auf der Homepage auf dem Laufenden.

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